Maria von Magdala – Apostolin

Heute feiern wir den Namenstag von Maria von Magdala. Im Johannesevangelium ist sie die erste Zeugin der Auferstehung Jesu. Sie irrt im Garten umher, weil sie den Toten nicht im Grab findet. Sie spricht den Gärtner an, weil sie wissen will, ob er weiß, wo der tote Jesus ist. Der dann folgende Dialog berührt mich immer wieder tief. Viel steht gar nicht in der Bibel, aber ich stelle mir vor, wie Jesus (der vermeintliche Gärtner) sie voll Liebe anschaut und dann einfach nur ein Wort sagt: „Maria“. Indem er sie beim Namen nennt, erkennt sie ihn. Ihr fällt es wie Schuppen von den Augen. Sie sieht: „Rabbuni, Meister!“

Ich bekomme auch nach 100x Lesen Gänsehaut. Maria heult „Rotz und Wasser“, wahrscheinlich ist sie gar nicht in der Lage, irgendwas zu sehen. Und dann nur der Name. Und dann erkennen und überströmende Liebe und Freude und Fassungslosigkeit (nein, da muss man nicht die Fassung bewahren).

Maria, die erste Zeugin der Auferstehung. Sie ist es, die den Aposteln, den Jüngern Jesu erzählt, dass „der Herr auferstanden ist“. Dass Jesus sich als erstes einer Frau zeigt, ist für damalige Zeiten un-erhört. So etwas gibt es nicht.

Tja, eine Auferstehung gibt es eigentlich auch nicht. Und jetzt doch – für uns, für alle.

Maria wird auf vielen Bildern der frühen Kirche im Kreise der Apostel gezeichnet, sie ist ihnen gleichgestellt – sie lehrt sie. Es ist klar, dass sie in der frühen Kirche eine herausragende Stellung hatte (und das in einer Zeit, in der Frauen eigentlich nichts zu sagen hatten und schon gar nichts bezeugen konnten …) und dass sie erst im Laufe der Kirchengeschichte der Frauendiskriminierung in der katholischen Kirche zum Opfer gefallen ist. Sie wurde Sünderin, Hure – und als Zeugin und Apostolin diskreditiert.

Papst Franziskus hat dem ein Ende gesetzt, er erhob sie zur Apostolin der Apostel.

Der Deutschlandfunk überschreibt einen lesenswerten Artikel so: „Maria Magdala – die verkannte Zeugin. Sie war eine der wichtigsten Frauen im Leben Jesu. Und regte wie keine andere die Fantasie an: Ein Papst erklärte sie zur Hure, die Popkultur zur Geliebten Jesu. Franziskus erhob sie zur „Apostelin der Apostel“, der 22. Juli ist ihr Festtag – eine fällige Rehabilitierung.“

Den gesamten Artikel finden Sie hier, auch ein schönes Bilder dieser bestimmt schönen Frau.

Ihr Frauen in der katholischen Kirche, worauf wartet ihr noch?

Mit herzlichen Grüßen, Ruth Fehling

3 Gedanken zu „Maria von Magdala – Apostolin“

  1. Liebe Ruth,
    danke für die Ausführungen zu Maria Magdalena. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Noch ein interessanter Link zu den unrichtigen Aussagen, die nach und nach über sie entstanden:
    https://www.bibelwerk.de/fileadmin/verein/Dokumente/Was_wir_bieten/Materialpool/Themen_Personen/Advents_und_Weihnachtsthemen/WUB_2-08_Fuenf_Frauen_verschmelzen_zu_Maria_Magdalena.pdf

    Und noch eine Ergänzung zu den Frauen als Auferstehungszeuginnen. Nicht nur im Johannesevangelium sondern auch in allen drei anderen Evangelien sind jeweils Frauen zuerst am Grabe und bezeugen dann die Auferstehung. Diese Tatsache wird auch oft übersehen.

  2. Ruth, lieben Dank für diesen Impuls.

    Im besagten Evangeliumstext warte ich immer auf die Stelle wenn Jesus sie mit
    Namen anspricht M A R I A , da liegt alles drin, da bin ich ganz ergriffen und kämpfe auch mit den Tränen und oft habe ich schon ausprobiert das so zu sprechen, dass es der Situation gerecht wird, aber das kann keiner nur Jesus.
    „maria“ so tiefgründig wie die Meere mar, maris das Meer, L),
    Es kann nichts Schöneres geben, als wie wenn Dich Menschen mit Deinem richtigen Namen ansprechen, man sollte mal seinem eigenen Namen inteniv aussprechen und dabei der
    Bedeutung nach-spüren.

    Berührend ist für mich auch, wenn Maria Magdalena sich umschaut nach I H M
    und I H N da-behalten will. da ist sie für mich ganz Liebe und andereseits soll sie quasi Hebamme gewesen sein, ein Tun, das Kraft und Entschlossenheit verlangt.
    Mut beweist sie, wenn sie die Familie und die ihr traditionell zugedachte Aufgaben
    verlässt, so sehe ich sie doppelt vom HeiligenGeist/Geistin bedacht.

    Fürwahr eine Bibelstelle, die auch mich immer wieder neu tief anrührt und mit-nimmt.
    Danke
    B. R.-R.

  3. Liebe Ruth,
    ich danke dir von ganzem Herzen und ganzer Seele für diesen Impuls.

    Diese Bibelstelle berührt mich auch immer wieder sehr!

    Ja, was soll ich als Frau in der Katholischen Kirche tun?

    Ich werde mich mal einfach darüber freuen, dass schon in der Bibel steht, dass Jesus uns auserwählt und beim Namen ruft und uns Zeugen seiner Auferstehung, seiner Lebendigkeit werden lässt!

    Dem Mann kann ich folgen!

    Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben!

    Christiane

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