Ich weiß nicht, ob der Himmel niederkniet, wenn man zu schwach ist, um hinaufzukommen?

Auch heute wieder einen Text, den mir eine Frau aus der Kirchengemeinde zugeschickt hat. Der Text ist aus einem Newsletter der ignatianischen Nachbarschaftshilfe.

Viele Grüße, Ruth Fehling

„Manche kennen die Erfahrung, dass sich ein Wort, ein Satz, eine Musik, ein Buch, ein Film, ein Bibelvers, ein Kunstwerk oder ein Bild dem Herzen einprägt, um dort etwas lebendig zu halten, das mit eigenen Worten gar nicht so leicht auszudrücken ist. Ein Gefühl, eine Ahnung, eine Idee, einen Gedanken, eine Veränderung des Herzens …

Ich weiß nicht, ob der Himmel niederkniet, wenn man zu schwach ist, um hinaufzukommen?

Vielleicht ist mir dieser Satz der Schriftstellerin Christine Lavant deshalb schon lange so präsent, weil er mich erahnen lässt, was Jesus uns am Gründonnerstag verspricht, wenn er niederkniet, um den Jüngern die Füße zu waschen – nämlich dass wir Anteil am Leben Gottes haben können, wenn wir uns nur von ihm berühren lassen. Auch dann noch, wenn wir einsam, verunsichert oder traurig sind.

Ich weiß nicht, ob der Himmel niederkniet, wenn man zu schwach ist, um hinaufzukommen?

Dieser Satz erzählt von einem Menschen, der sich nach dem Himmel sehnt – nach einer besseren Welt, in der alle Menschen sich wohl fühlen können. Von einem Menschen aber auch, der sich selbst als zu schwach erlebt, diesen Zustand zu errichten und der sich, wenn er auf unsere zerrissene Welt schaut, vielleicht fragt, ob es diesen Ort seiner Sehnsucht überhaupt geben kann. Und auch, ob es diesen Gott gibt, der uns Frieden verspricht.

Und dann ist da von einem Himmel die Rede, der niederkniet – von einem Gott, der sich freundlich und eigentlich unfassbar zärtlich seinen Menschen zuwendet, um ihnen nahe zu sein.

Dieses Niederknien Gottes haben die Kirchenväter mit dem Satz ausgedrückt: Gott ist Mensch geworden, damit der Mensch vergöttlicht werde.

Eigentlich ist das unglaublich – wir sind nicht nur menschlich, sondern auch etwas göttlich. In jedem von uns ist göttliches Leben. Und wir können etwas von dem, das Gott selbst ist, in der Welt und für andere sein. Das ist ein Versprechen und eine sehr große Würde.

Bei allem, was uns in dieser Welt – auch mit Blick auf Karfreitag – ängstigen kann, machen viele Christen bis heute die Erfahrung, dass sie dieser Botschaft von der Gottesberührung glauben und in ihr Trost finden können. Und manche machen eine erstaunliche Entdeckung, von der Frère Roger oft gesprochen hat: Auch in einem Herzen, dass von Angst und Zweifel befallen ist, kann sich der Frieden Gottes ausbreiten.“

Ihr Pater Björn Mrosko SJ (Hamburg)

Ein Gedanke zu „Ich weiß nicht, ob der Himmel niederkniet, wenn man zu schwach ist, um hinaufzukommen?“

  1. Der Satz von Frère Roger Schütz ist tröstlich und dazu kommt die Hoffnung, dass es gewiss so ist und sein wird, dass Gott immer auf der Suche nach uns ist und wir von I H M gefunden werden, auch wenn wir uns manchmal nicht leicht finden lassen,
    das ist echt beruhigend!
    Danke für diesen Impuls heute.
    B. R.-R.

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