Wer ist der Geist, der stets verneint?

Gemeinsames, ökumenisches Abendmahl – davon träumen viele, aber nicht alle. In der katholischen Kirche gibt es dazu sehr unterschiedliche Stimmen. Meine eigene dazu ist ganz simpel: Wenn ich zu Hause für jemand anderen ein Fest ausrichten würde, und die Gäste kommen … . Wir sitzen um den Tisch und dann fange ich an, auszuwählen: Du darfst mitessen, du nicht, du darfst mitessen, du nicht … . So empfinde ich die offiziellen Regelungen der katholischen Kirche. Und dann sitzen wir alle um den Tisch und feiern. Manche essen, bei anderen bleibt der Teller leer. Wirklich ein schönes Fest.

Heute ein kurzer Leserbrief zu diesem Thema, abgedruckt in der FAZ vom 30. September 2020.

Viele Grüße, Ruth Fehling

Wer ist der Geist, der stets verneint?

… Vom Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt im nächsten Jahr muss ein Fanal der Einheit und der Liebe ausgehen: Katholiken und Protestanten sind gemeinsam eingeladen, am Tisch des Herrn Platz zu nehmen zur Feier des eucharistischen Abendmahls.

Den katholischen Bischöfen wünschen wir Mut und Stehvermögen gegenüber den Bremsern im Vatikan. Wer ist dort der Geist, der stets verneint? Sicher nicht Franziskus. Wir hatten am 31. Oktober 2018 (Reformationstag!) anlässlich einer Audienz in Rom Gelegenheit, mit dem Papst über dieses Thema, das uns als konfessionsverschiedenes Paar tief bewegt, zu sprechen. In einer sehr berührenden Begegnung antwortete er auf Deutsch sehr einfach und unmissverständlich: „Tut es.“ Zwei Worte, nur zwei Worte. Er ging weiter, kam nochmals zurück und sagte nahezu flehentlich: „Betet für mich.“ Wir waren erschüttert. Hinter ihm ging Erzbischof Gänswein, dem wir voll Freude von unserer Begegnung und den Worten des Papstes berichteten. Darauf seine sehr kühle Antwort: „Das ist die persönliche Meinung des Papstes.“ Seither beten wir für ihn.

Dres. Ricarda und Udo Niedergerke, Hannover

Ein Gedanke zu „Wer ist der Geist, der stets verneint?“

  1. Führwahr ein sehr anrührender, mir zu Herzen gehender Bericht der Dres. Ricarda und Udo Niederke.

    Wie sollten in dem Bewusstsein gehen im Geist dessen, der nicht verneint und nie verneint hat in allen Herzensanliegen guten Willens.
    Jesus fragt „Was wollt Ihr, dass ich für Euch tue?“
    Da Jesus uns kennt würde/wird er auf die stille Anfrage antworten „Tut es“.

    B. R.-R.

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