Du machst dir viel Mühe …

Marta kam zu Jesus und sagte: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“

Kommt Ihnen das so bekannt vor wie mir? Solche Diskussionen haben wir zu Hause auch, täglich.

Wenn ich mir die Szene vorstelle … Marta schafft und schafft und schafft. Maria sitzt Jesus zu Füßen, hört ihm zu. Das hat Zündstoff, keine Frage.

Ich fühle mich ganz unmittelbar mitten hinein genommen in meinen eigenen Alltag.

Und Jesus? Seine Antwort kennen wir. „Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“

Hand auf`s Herz. So funktioniert das doch auch nicht, oder? Wenn alle nichts tun, dann ist der Tisch nicht gedeckt, dann gibt es kein Abendessen. Also doch Fertigpizza?

Jesus berührt mit seiner Antwort einen Nerv aller fleißigen Hausfrauen und Hausmänner. Er will sicher keinen Freifahrtschein ausstellen für alle, die zu Hause im Haushalt nichts tun wollen. Ich stelle mir eher so eine Szene vor, die wir auch kennen: Es steht Besuch an und alles muss „perfekt“ sein: Wohnung auf Hochglanz poliert, ein aufwendiges Essen, toll gedeckter Tisch. Wer sich so einen Stress macht, hat dann oft keine Freude mehr an dem Gast – und auch keine Zeit. Er oder sie springt dauernd auf, muss in die Küche, schnell noch was holen, oder in den Keller für die nächste Flasche Wein.

Zurück zur Bibel: Jesus ist da. Er ist zu Besuch. Was ist jetzt dran? Jesus ist unmißverständlich: hinsitzen, Zeit genießen, Begegnung. Das andere ist nicht so wichtig.

Für unseren Alltag ist es sicher eine Kunst, die gute Balance zu finden. Wann ist schaffen dran – und wann die Muse, die Zeit mit Gott?

Wie wir das gut einüben können, die Zeit mit Gott, dazu hat Anselm Grün einen Tipp:

„Wenn wir uns vornehmen, tagsüber öfter an Gott zu denken oder einen Satz aus der Bibel zu meditieren, so hat dieser Vorsatz wenig Aussicht auf Erfolg. Wenn wir einen Bibelspruch oder ein Gebet mit einer Tätigkeit verbinden, die wir sowieso verrichten, dann kostet es keine Energie, einen solchen Vorsatz durchzuhalten.“

Viele Grüße, Ruth Fehling

Ein Gedanke zu „Du machst dir viel Mühe …“

  1. Danke für diesen Impuls in den Tag und für die Tage ,… .

    Früher mochte ich den Text überhaupt nicht, eben aus den schon genannten Gründen.
    Heute kann ich ihn gut hören und manchmal dabei vor mich hinschmunzeln.

    Ich finde es auch nett, dass das Wort das „Bessere gewählt, je nach Sprache einfach auch mit das „Gute gewählt“ übersetzt wird und vielleicht noch anders.
    Ich für mich übersetze etwas“ Gutes, Wohltuendes gewählt hat“ und schätze, wie Du, Ruth, es andeutest, -so höre ich das raus-, dass es das uns auch sagen will.
    Jeder auf seine Weise tut sich etwas Gutes , bekommt von I H M etwas Gutes getan, wenn er/sie sich einfach in Ruhe begibt bei I H M, für I HN , mit I H M, egal wo und wann, das bestimmen ER und Ich/DU.
    Habe den Text gester gerne gehört und mir beide Seiten wo, Martha und Maria, wohlwollen angeschaut, Martha-Maria ist sicherlich ein interessanter Vorname,
    gibt es in der Bibel auch 2 so „unterschiedliche männliche Gemüter, die uns in der einen oder anderen Richtung etwas sagen können????

    Danke und liebe Grüße,
    Barbara Ring-Rohr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


The maximum upload file size: 2 MB.
You can upload: image.