Begegnung als warme Sonnenstrahlen

von Thomas Ries

In den goldenen Oktobertagen fällt mir oft die Kindergeschichte von Frederik ein. Sie handelt von Mäusen, die sich für den langen und kalten Winter rüsten und dafür den ganzen Sommer Vorräte sammeln. Alle sind fleißig, bis auf einer – Frederik. Frederik liegt in der Sonne und sonnt sich. Die anderen ärgern sich und stellen ihn zur Rede. Auf die Frage, was er denn mache, antwortet Frederik: „Ich sammle Farben für den Winter.“
Frederik sammelt Farben für die dunklen Tage – die Mäuse schütteln den Kopf. Der Winter kommt, die Vorräte gehen zur Neige – da erinnern sich die Mäuse an die gesammelten Farben und fordern Frederik spöttisch auf, sie an seinen Vorräten teilhaben zu lassen. Und Frederik erzählt von den warmen Sonnenstrahlen, von dem rot der Erdbeeren und dem blau des Himmels. Fasziniert lauschen die Mäuse ihm und (fast) vergessen sie ihren Hunger.
Auch wenn die Tage wieder kürzer werden, es morgens und abends dunkel, kalt und regnerisch ist, dann gehen mir zwar nicht die Vorräte aus, aber ich merke wie mir die Sonne fehlt. Sonnenstrahlen sammeln kann ich nicht, aber oft sind es die Begegnungen mit Menschen, die wärmen und aufhellen. Für den anstehenden Winter habe ich mir vorgenommen solche Begegnungen aufzuschreiben.
Wenn Sie mögen: probieren Sie es aus. Schreiben Sie sich die Situationen auf, die für sie von Bedeutung sind. Im grauen Winter können sie wie wärmende Sonnenstrahlen sein.

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