Die Heilige Barbara 4. Dezember

von Alexandra Kunz – nach Gedanken von Anselm Grün

Die Heilige Barbara ist eine im Volk sehr beliebte Heilige. Sie gilt als Trösterin für die Gefangenen und Helferin der Sterbenden. Sie wurde im Jahre 306 enthauptet. Am 4. Dezember, ihrem Festtag, stellt man Kirschzweige ins Wasser, die an Weihnachten zu blühen beginnen.

Barbara ist eine Botin der Hoffnung in der Adventszeit. Sie möchte auch unser Leben mitten im Winter oder jetzt besonders in der Pandemie wieder zum Blühen bringen. Mitten in der Kälte unserer Zeit will uns die Heilige daran erinnern, dass Gottes Milde und Güte unser Herz erwärmen und neues Leben in uns wecken möchte. Ihre Legende steckt voller Symbolik:

Der Name Barbara – die Fremde, die Ausländerin, gilt zugleich als die freie und unverstandene Frau, die sich nicht in die Maßstäbe dieser Welt pressen lässt. Sie verweist uns auf das Geheimnis Gottes, der uns immer auch fremd und unverständlich bleiben wird. Und sie gibt uns Mut, das Fremde und Unbekannte in uns selbst anzuschauen und anzunehmen, und hilft uns so, von Erwartungen anderer frei zu werden.

Der Turm, in den der Vater sie der Legende nach gesperrt hat, während er auf Reisen ging, sollte sie vor Schaden und auch vor anderen Einflüssen, vor allem auch des Christentums, bewahren. Sie nutzte die Zeit der Gefangenschaft zum Nachdenken und zur Bekehrung zum ihr verbotenen Christentum. Als öffentliches Zeichen dafür, lässt sie ein drittes Fenster in ihrem Zimmer durchbrechen, um ihren Glauben an den dreifaltigen Gott zu bekunden, der mit ihr in ihrem Turm wohnt. Auch der Vater, der die Tochter einsperrt, kann nicht verhindern, dass Gott zu ihr kommt, ihren Turm öffnet und ihren engen Horizont weitet. Gott ist der, der sie befreit, auch aus der Bevormundung des Vaters. Barbara ist ihren eigenen Weg gegangen, hat den Turm ihres Lebens so gebaut, dass er für sie passt, dass sie darin wohnen und ihre einmalige Gestalt verwirklichen kann.

Der Kelch,erinnert an den Gralskelch oder an den, den ihr ein Engel gereicht hat. Barbara hütet in sich das Feuer der göttlichen Liebe, das stärker ist als die Kälte, die nach unseren Herzen greift und uns erstarren lässt. Dieses Feuer will auch unser Herz wärmen und die gefrorenen Gefühle wieder zum Fließen bringen. Die göttliche Liebe in uns ist stärker als der Tod und will unser Inneres durchströmen, damit unser Leben wieder von neuem zum Blühen kommt.

Daran erinnern die Zweige, die mitten im Winter zu blühen beginnen. Der ursprünglich heidnische Brauch wurde für die Christen zum Bild dafür, dass in uns die Frucht Christi blühen wird, wenn wir wie Barbara in der Stille des Advents nach innen schauen und dort nach dem Licht suchen, das unser Leben erleuchtet.

Nutzen auch wir die Zeit der äußeren Beschränkungen und wenden wir uns wieder DEM zu, der in uns wohnt. ER will uns besuchen und uns innerlich frei machen. Findet ER Herberge in mir?

Gesegneten Advent wünscht Alexandra Kunz, Gemeindereferentin

Ein Gedanke zu „Die Heilige Barbara 4. Dezember“

  1. Der Impuls zur Heiligen Barbara hat mich sehr beeinduckt und berührt.

    Unsere Namenspatrone stehen uns irgendwie zur Seite und sind uns Vorbilder, ich kann das für mich so sehen.
    Danke Alexandra für diesen Impuls zum Tag der Heiligen Barbara.
    Einen schönen 2. Advent
    B.R.-R.

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