Gott spricht – Gedanken zur alttestamentlichen Lesung am 24.1.21

Gott spricht. Jona hört, ihm ist klar, dass Gott es ist, der zu ihm spricht. Und er tut, was Gott ihm sagt. Die Erzählung von der Berufung und Sendung des Jona ist zum Schluss des Jonabuches sehr schnörkellos. Ein direkter Draht, gutes Signal, keine Schwerhörigkeit.

Wir alle kennen die Story von Jona im Wahlfischbauch. Auch zu Beginn war es schon so: Jona war klar, dass Gott zu ihm spricht. Doch der Auftrag ist ihm zu schwer. Er bekommt heiße Füße und flieht. Er will sich dem Auftrag entziehen.

Und die Menschen in Ninive? Jona spricht zu ihnen, und dann heißt es: „Und die Leute von Ninive glaubten Gott.“ Sie glauben Gott, nicht dem Jona. Jona ist nur Übermittler einer Botschaft, Gott ist der Auftraggeber.

Dass Gott spricht, beauftragt, seinem Auftraggeber hinterherläuft, ihn überzeugt, dass Menschen ihn hören, ihm glauben, und umkehren, all das zeugt von einer hohen Wirksamkeit Gottes. Und von einer Eindeutigkeit im Blick darauf, dass Gott selbst es ist, der spricht, handelt usw. Nicht ein Dämon, nicht innere Stimmen, nicht sonst was.

Und heute? Heute scheint Gott eher nicht zu sprechen, oder? Oder wir hören eine Stimme und sind uns gar nicht so sicher, ob es wirklich Gott ist, der spricht, oder ob wir irgendetwas aufsitzen. Der Glaube ist nicht eindeutig, die Stimmen eher verwirrend.

Und doch: Manchmal ist es auch klar, wenn Gott spricht und was er sagt. Wenigstens dann sollten wir danach handeln.

Viele Grüße, Ruth Fehling

Jona 3

Das Wort des Herrn erging an Jona:
2Mach dich auf den Weg
und geh nach Nínive, der großen Stadt,
und rufe ihr all das zu,
was ich dir sagen werde!
3Jona machte sich auf den Weg und ging nach Nínive,
wie der Herr es ihm befohlen hatte.
Nínive war eine große Stadt vor Gott;
man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
4Jona begann, in die Stadt hineinzugehen;
er ging einen Tag lang
und rief: Noch vierzig Tage
und Nínive ist zerstört!
5Und die Leute von Nínive glaubten Gott.
Sie riefen ein Fasten aus
und alle, Groß und Klein,
zogen Bußgewänder an.
10Und Gott sah ihr Verhalten;
er sah, dass sie umkehrten
und sich von ihren bösen Taten abwandten.
Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte,
und er tat es nicht.

Ein Gedanke zu „Gott spricht – Gedanken zur alttestamentlichen Lesung am 24.1.21“

  1. Danke, Ruth, für die Auslegung.
    Die Jona-Geschichte ähnelt doch so sehr unseren Lebensgeschichten
    LG,
    Barbara R.-R.

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