Gedanken zu den Bibeltexten des heutigen Sonntag, 14. Februar

Mir geht es gerade immer wieder so, dass Bibelstellen plötzlich neu und anders klingen. Das hängt mit der Corona-Pandemie zusammen. Jahrelang habe ich sie gelesen, gehört, verinnerlicht (oder auch nicht), jetzt höre ich sie neu. Ich empfinde das als echtes Geschenk, da ich gerade wieder wirklich hin höre und überrascht bin. Das gewohnte Hören kann uns auch manchmal im Weg stehen, das merke ich jetzt deutlich. Wir hören dann gar nicht mehr richtig hin, weil wir eh schon wissen, wie die Geschichte funktioniert.
Heute geht es um Aussatz. Wie passend!

In dem angefügten Dokument finden Sie links in den Spalten den Bibeltext, rechts schreibe ich Ihnen meine Gedanken in Form einer „neuen Geschichte“ und als „Gedankenblasen“ dazu.

Viele Grüße und einen gesegneten Sonntag, 14. Februar 2021
Ruth Fehling

2 Gedanken zu „Gedanken zu den Bibeltexten des heutigen Sonntag, 14. Februar“

  1. Nachtrag:

    Nachdem ich das Evangelium noch einmal gelesen habe, muss ich einfach zum Ausdruck bringen, dass mich dieser „Aussätzige“ einfach beeindruckt, er geht direkt zu Jesus, er weiß dass ER ihm helfen kann, in diesem Wissen, dieser Sichherheit hat er die damaligen Gepflogenheiten außer Acht gelassen, für mich heißt das , Gottes Wille „Wenn Du willst…“ ist ihm wichtig!
    Das erinnert mich an die Worte vor dem Empfang der Heiligen Kommunion:
    „..aber sprich nur ein Wort, so wir meine Seele gesund.“

    Der Mut des Leprakranken beeindruckt mich, und es zeigt, dass auch wir diesen Mut, mehr als Mut haben dürfen, wenn es für uns not-wendend ist; umgekehrt den Mut haben sollen, in Jesu Nachfolge zu den Menschen in Not zu gehen, wenn das unser Auftrag sein soll!
    B. R.-R.

  2. Lieben Dank, Ruth, für den Bibeltext aus Leviticus
    und Deine Gedanken auf der rechten Spalte dazu.

    Dieses Mal, wenn wir den Text lesen und hören, lässt er uns in ganz starkem Maße an das Ausgegrenzt-Sein durch Corona , an das am Rande -Stehen müssen,.. denken.

    Doch jedes Mal, wenn ich diesen Text lesen, noch härter, wenn ich ihn höre, zucke ich immer wieder aufs Neue zusammen:
    Zuerst fällt mir immer der Film Ben Hur ein, wo Mutter und Schwester von Ben Hur mit Lepra geschlagen sind und den Satz „Unrein“ rufen müssen und ausgestoßen sind, eine Krankheit, die noch gar nicht allzu lange als besiegt gilt.
    An der Stelle denke ich an viele Menschen, die sich trotzdem zu diesen Menschen begeben haben, um sie nicht allein zu lassen.

    Dann kann diese Stelle aus Leviticus als symbolhaft für politische und gesellschaftliche Ausgrenzung stehen, wenn Menschen nicht dem sogenannten Mainstream oder der als überlegenen Rase,… angehören: politisch fällt mir da sofort das Tragen-Müssen des Judensternes ein; manchmal braucht es gar nicht ein äußeres Zeichen, um jemanden auszugrenzen, es genügt für andere zu wissen, dass jemand nicht dem „Ideal“ entspricht: Das reicht vom Ursprung unseres Daseins bis zu unseren letzten Tagen des Lebens.
    Ich kenne viele Menschen, die so gar nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechen, gerade auch Jugendliche. Sie alle aber wie alle Menschen haben ganz besondere Stärken, und da ist es schön und tröstlich zu sehen, zu hören und zu wissen, dass Jesus alle Menschen berührt im wahrsten Sinne des Wortes aber auch im tiefsten Innern.
    Gut, dass es Jesus gibt, die Welt da draußen kann manchmal grausig sein, um so mehr ist es unser Gebot, unsere Verpflichtung bei denen zu sein, die am Rande stehen, denen es nicht wirklich gut geht,… .

    B. Ring-Rohr

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