17. Juni – Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre

Die Wüste ist im religiösen Kontext ein Ort der Gottesbegegnung. Sie ist ein karger Ort, durchaus geprägt von Not und Mangel. Und trotzdem, so bezeugen die christlichen und jüdischen Schriften vielfältig, begegnet gerade hier Gott. Ich denke an den Auszug aus Ägypten – 40 Jahre Wanderung durch die Wüste. Erst dann kommen die Israeliten ins „gelobte“ Land. Ich denke auch an Jesus, der sich 40 Tage in die Wüste zurückzog und dort in Versuchung geführt wurde. Diese 40 Tage könnte man auch als Zeit der Klärung beschreiben. Jesus war hinterher bereit, seiner Berufung zu folgen.

Quelle: Pixibay – Das Bild ist in Jordanien gemacht.

Wüste und Wüstenbildung sind allerdings zwei Paar Stiefel. Das eine existiert natürlich, das zweite wird künstlich geschaffen.

Religiös gesprochen bilden wir Wüsten, wenn wir uns Gott entziehen. Nicht umsonst gibt es das Bild, dass Gott die Quelle ist, die in uns sprudelt. Wenn wir uns diesen Hahn abdrehen, können Wüsten entstehen.

Allgemein menschlich gesprochen haben wir viele Möglichkeiten, aktiv dafür zu sorgen, dass unser Leben Wüsten bildet oder zu Wüste wird: dauerhafte Überforderung, indem wir z.B. zu viel Arbeiten, Reizüberflutung z.B. durch dauerhaften Medienkonsum, das Ausharren in krankmachenden Beziehungen, Leben im Überfluss auf Kosten anderer oder Liebesentzug, … . Sicher fällt ihnen noch mehr ein.

Wüsten sind eine beliebte christliche Metapher. Der Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre meint aber die ökologischen Wüsten. Er wurde 1994 in Ergänzung zu einem von 179 Staaten unterzeichneten Abkommen gegen das weitere Ausbreiten von Wüsten beschlossen. Wüstenbildung ist ein seitdem leider kein abnehmendes, sondern ein zunehmendes Problem. Ursprüngliches Ackerland, Weiden oder Wälder werden überbeansprucht oder aktiv vernichtet, die Vegetation geht zurück oder verschwindet ganz. Wasser wird knapper und der Boden wird durch Wind und Regen abgetragen. Durch Wüstenbildung sind mehr als 250 Millionen Menschen betroffen, sie kostet jährlich ungefähr 42 Milliarden Dollar und bedroht die Lebensgrundlage von rund 1 Milliarde Menschen. Der Welttag macht auf die Probleme der zunehmenden Wüstenbildung, wie Armut, Hunger und Massenwanderungen, aufmerksam und gemahnt daran, die damit verbundenen Anstrengungen weiterhin mit Intensität zu unternehmen.

Aus christlicher Perspektive darf es uns um beides gehen: um die inneren Wüsten und um die ökologischen Wüsten. Für beides gibt es eine Sorgfaltspflicht, in beiden Fällen wird die Schöpfung Gottes verletzt.

Ich wünsche Ihnen für heute eine kleine Blume in den Wüsten Ihres Lebens, oder wenigstens einen Kaktus.

Herzliche Grüße, Ruth Fehling

Wer zu diesem Welttag gerne weitere Informationen möchte, kann sie z.B. unter folgenden links nachlesen:

https://www.bmu.de/veranstaltung/welttag-fuer-die-bekaempfung-der-wuestenbildung-und-der-duerre/

https://dertagdes.de/jahrestag/welttag-fuer-die-bekaempfung-von-wuestenbildung-und-duerre/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

The maximum upload file size: 2 MB. You can upload: image. Drop file here