Johannistag – 6 Monate vor Weihnachten

Text: Thomas Ries, Photo: Mirjam Bartberger, Kirche in Etzenrot

Heute ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer. Genau sechs Monate vor dem Geburtstag Jesu. Dies berechnet sich aus Lk 1,36, wonach Johannes‘ Mutter zum Zeitpunkt der Verkündigung an Maria bereits im sechsten Monat schwanger war. Für beide Daten spielt die Lichtsymbolik eine große Rolle: Am 24. Juni (kurz nach der Sommersonnenwende) werden die Tage kürzer, während sie an Weihnachten wieder länger werden. Der Evangelist Johannes überliefert uns folgende Worte des Täufers: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30) Das Jahr ist in der Mitte angekommen und zu dem Zeitpunkt, an dem der Tag am längsten, nimmt er wieder ab.

Die Lebensgeschichten von Johannes und Jesus gehören eng zusammen. Nach dem Lukasevangelium ist Johannes der Sohn von Elisabeth und Zacharias. Die beiden waren lange kinderlos und bekamen erst in hohem Alter ihren Sohn Johannes. Entgegen der Tradition erhält er nicht den Namen eines Familienmitglieds: „Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.“ (Lk 1,59f)
Zu Jesu Zeiten erhielten Kinder den Namen der Eltern, der Großeltern oder anderer Verwandter – eine Form der Erinnerung und Weitergabe an die nächste Generation, eine Tradition.
Entgegen der Tradition ist Johannes neben Maria und Jesus der Einzige, bei dem wir nicht nur seinen Todestag, sondern auch seinen Geburtstag feiern.
Johannes und Jesus sind fast gleich alt, verwandt und befreundet. Obwohl die beiden eigentlich Konkurrenten sein könnten.
Johannes ist ein Prediger. Er lebt in der Wüste, trägt einen rauen Kamelhaarmantel und ernährt sich von wildem Honig.
Viele Menschen hören ihm zu und bewundern ihn. Sie lassen sich von ihm im Jordan taufen.
Auch Jesus lässt sich von ihm taufen. Bei dieser Taufe spürt Johannes, dass Jesus etwas Besonderes ist.
Johannes hat sein Leben auf Jesus ausgerichtet. Er hat die Menschen auf Jesus vorbereitet.
Johannes ist für mich ein Vorbild: Fest im Glauben, stark in der Hoffnung, mutig und selbstlos im Tun.

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