2. Juli: Fest Mariä Heimsuchung oder Maria besucht Elisabeth

Text: Alexandra Kunz, Bild: Glasfensterbild aus Taizé

Diese Gesten in diesem Bild fassen all das zusammen, was uns in der Zeit der Pandemie so sehr gefehlt hat: 2 Menschen begegnen einander, sie wollen sich umarmen, alles erzählen, was das Herz bewegt. Jetzt, mit den Lockerungen wäre das wieder möglich. Ich lade Sie ein, bei dem Bild zu verweilen und lassen Sie es auf sich wirken.

Beide Frauen haben etwas Wunderbares erlebt: Sie werden bald Mutter werden, haben ein Kind empfangen. Freude und Wärme strahlt das Bild aus. Im Lukasevangelium hören wir, dass Maria über das Gebirge eilt, um ihre Verwandte Elisabeth zu besuchen. Sie hat von der Schwangerschaft der viel älteren Kusine erfahren und eilt zu ihr, um sie daheim, in den Bergen, aufzusuchen. Heimsuchung – damit meinen wir meist ein besonderes Erlebnis oder Ereignis, das uns widerfahren ist. Beiden ist etwas Ungewöhnliches geschehen – Elisabeth ist im hohen Alter noch schwanger geworden, Maria erwartet ein Kind von Gott! (siehe Lk1, 39-56) Beide begegnen einander auf Augenhöhe. Sie teilen miteinander, was sie erlebt haben, ihre Freude, ihre Sorgen, alles, was sie im Glauben erfahren haben. So sieht Maria im Rückblick auf ihr Leben, dass Gott wunderbar an ihr gewirkt hat. Dass er mit ihr ist. Sie rühmt die Größe des Herrn. Sie sieht, dass Gott auch ihrer Kusine noch den langersehnten Sohn schenken wird. Maria kann der Älteren zur Seite stehen, ihr helfen und mit ihr ein Stück Alltag teilen.
Auch wir können heute wie Maria auf unser Leben zurückblicken und Gottes Führung oder Fügung im Alltag entdecken. Auf dieser „Spurensuche“ können Sie mit jemand anderen über das sprechen, was wir erlebt haben, wo wir im Rückblick Gottes Spuren entdeckt haben. Das geht auch per Telefon oder Sie machen sich miteinander auf den Weg und hören einander zu, was Sie einander mitteilen. Am Ende könnten Sie Ihre Freude über die gefundenen göttlichen Spuren wie Maria mit dem Lobpreis des Magnifikat abschließen:

„Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.“

Frohe Begegnungen und die Erfahrung, dass Gott mit uns ist, dass er uns „heimsucht“, uns zu Hause besucht, auch in Krisenzeiten, das wünscht Ihnen Alexandra Kunz, Gemeindereferentin

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