24. Juli Hl. Christophorus

Text und Bild:  Alexandra Kunz

In diesen Tagen konnte man häufig solche oder ähnliche Bilder sehen: Menschen, die andere durch die Fluten des Hochwassers trugen und unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere retteten.

Am 24. Juli gedenkt die Kirche eines Mannes, in dessen Name seine Berufungsgeschichte als Christ aufscheint: Christophorus.

Die Legende erzählt von einem großen, kräftigen Mann, der den mächtigsten Herrn der Welt suchen wollte, um ihm seine Dienste anzubieten. Er diente zunächst einem König, der aber jedes Mal ein Kreuzzeichen machte, wenn man vom Teufel sprach. Also konnte dieser König nicht der Mächtigste sein, wenn er sich vor dem Teufel fürchtete. So kam Christophorus zum Teufel, der aber wiederum vor jedem Kreuz am Wegesrand einen großen Bogen machte. Dann musste wohl der Mensch am Kreuz mächtiger sein als der Teufel, dachte sich  Christophorus und zog um die halbe Welt, um den mächtigsten Herrn zu suchen. So kam er zu einem Einsiedler, der ihm von Jesus Christus erzählte und erklärte, wie man Jesus dienen kann. Sein Rat: fasten und beten. Aber mit Fasten und Gebet konnte der Gottsucher nichts anfangen. Da erzählte der Einsiedler von einem gefährlichen Fluss, in dem schon viele Menschen ertrunken waren. „Da fehlt ein kräftiger Mann, der die Leute sicher durch das Wasser ans Ufer trägt. Christus wird es dir danken, denn auch so kannst du ihm dienen.“ Das war endlich eine Arbeit nach Christophorus‘ Sinn.

Er baute sich eine Hütte, nahm einen Stock und schlief ein. Da hörte er eine Stimme, die rief: „Komm heraus und trage mich ans andere Ufer.“ Christophorus hörte zwar die Stimme, sah aber niemanden. Erst als er zum dritten Mal den Ruf hörte, sah Christophorus ein kleines Kind, er nahm es auf seine Schultern und stieg ins Wasser. Doch mit jedem Schrittwurde das Kind schwerer und schwerer und das Wasser begann zu steigen. Christophorus bekam Angst. Er fürchtete, zu ertrinken. Nur unter Aufbietung seiner ganzen Kräfte gelang es ihm, mit dem Kind das andere Ufer zu erreichen.

„Noch nie habe ich so etwas erlebt. Ich dachte schon, ich würde die ganze Welt auf meinem Rücken tragen“, brachte Christophorus mühsam hervor. Da antwortete das Kind: „Du hast Jesus Christus auf deinen Schultern getragen, deinen König, dem du dienst. Du bist Christophorus, das heißt „Christus-Träger“.

Christophorus erkennt, dass sein Dienst am Nächsten Gottesdienst ist. Indem er dem kleinen Kind hilft, dient er Christus. Auch wir können zum Christus-Träger werden, wenn wir anderen Menschen helfen. Denn das, was wir für andere tun, das tun wir für Christus selbst.
Im Matthäusevangelium heißt es: „Amen, ich sage euch: Was ihr  für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt25, 40b)

(aus einer Erstkommunionkatechese nacherzählt)

Alexandra Kunz

Ein Gedanke zu „24. Juli Hl. Christophorus“

  1. Danke für diesen Text.
    Denke, es braucht in diesen Tagen ganz viele Christopheruse für alles, was wir allein nicht tragen können.
    Dieser schlichte Mensch, von demk man gar nicht viel genau weiß, ist für uns Vorbild im Mit-Tragen, Er-Tragen und Sich -Tragen lasen, Getragen-Wissen!!!
    B. Ring-Rohr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

The maximum upload file size: 2 MB. You can upload: image. Drop file here