#meinGottdiskriminiertnicht

Meine Kirche schon.

Unter diesem Motto meldet sich seit einem halben Jahr eine Initiative junger Katholik*innen und katholischer Theolog*innen zu Wort. Sie legen die Finger in eine der kirchlichen Wunden: die vielschichtigen Ausgrenzungsstrategien. Ausgrenzungstrategien finden sich längst nicht bei allen Katholik*innen, aber leider auf allen Ebenen, vom Vatikan bis zum einzelnen Kirchenmitglied.

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Verbunden bleiben?

Die Corona-Zahlen steigen exponentiell, und es wird zunehmend über einen zweiten Lockdown diskutiert. Wir werden es sehen …

Aber klar ist, dass dieser Winter nicht einfach wird. Die Kontaktmöglichkeiten und auch die Veranstaltungsmöglichkeiten werden gerade wieder reduziert, in den Krankenhäusern gibt es bereits wieder Besuchsverbot. Verschiedene Ängste greifen wieder um sich … : Bleibe ich gesund? Bleiben andere gesund? Kommen wir mit unserem Betrieb noch über die nächste Krise? Wie gehe ich mit der Einsamkeit um?

Wie soll man da verbunden bleiben? Ich bin gerade selbst frustriert, weil so vieles nicht geht – oder es geht irgendwie, aber deshalb noch lange nicht gut (z.B. Schulunterricht).

Für heute neige ich dazu, meiner Traurigkeit und Ratlosigkeit Raum zu geben. Ich habe keine Lust auf „Mutmachsprüche“. Vielleicht morgen wieder … .

Die Netze, die wir täglich knüpfen, sie sind unendlich kostbar. Und trotzdem reißen sie an verschiedenen Stellen. Möge Gott uns und unsere Lieben auffangen, wenn wir durch die Maschen fallen.

Viele Grüße, Ruth Fehling

Gott und der Mammon – zum Evangelium von heute 18.10.20

Die Pharisäer versuchen Jesus eine Falle zu stellen: „Sollen wir dem Kaiser Steuern zahlen oder nicht?“ (Mt 22,15ff) Wenn wir das heute lesen, verstehen wir die Falle nicht, weil wir in einem säkularisierten Staat leben – Trennung von Staat und Religion.

Diese für uns alltägliche Trennung kann in zwei Richtungen aufgehoben werden: Vor der Säkularisierung beherrschte in Europa das Christentum fast alles, einen eigenen „weltlichen“ Bereich gab es im Grunde nicht. Dieses Herrschaftsmonopol wurde von der Kirche durchaus genutzt und ausgenutzt, es ließ sich viel Geld damit machen. Es war ein mühsamer und langwieriger Prozess, bis sich weltliche Mächte etabliert und emanzipiert hatten. Bis dieser Prozess einer größeren Schicht der Bevölkerung zugute kam, dauerte es nochmal eine Weile. Und heute haben wir selbst in unseren demokratischen Strukturen keine soziale Gerechtigkeit.

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Begegnung als warme Sonnenstrahlen

von Thomas Ries

In den goldenen Oktobertagen fällt mir oft die Kindergeschichte von Frederik ein. Sie handelt von Mäusen, die sich für den langen und kalten Winter rüsten und dafür den ganzen Sommer Vorräte sammeln. Alle sind fleißig, bis auf einer – Frederik. Frederik liegt in der Sonne und sonnt sich. Die anderen ärgern sich und stellen ihn zur Rede. Auf die Frage, was er denn mache, antwortet Frederik: „Ich sammle Farben für den Winter.“
Frederik sammelt Farben für die dunklen Tage – die Mäuse schütteln den Kopf. Der Winter kommt, die Vorräte gehen zur Neige – da erinnern sich die Mäuse an die gesammelten Farben und fordern Frederik spöttisch auf, sie an seinen Vorräten teilhaben zu lassen. Und Frederik erzählt von den warmen Sonnenstrahlen, von dem rot der Erdbeeren und dem blau des Himmels. Fasziniert lauschen die Mäuse ihm und (fast) vergessen sie ihren Hunger.
Auch wenn die Tage wieder kürzer werden, es morgens und abends dunkel, kalt und regnerisch ist, dann gehen mir zwar nicht die Vorräte aus, aber ich merke wie mir die Sonne fehlt. Sonnenstrahlen sammeln kann ich nicht, aber oft sind es die Begegnungen mit Menschen, die wärmen und aufhellen. Für den anstehenden Winter habe ich mir vorgenommen solche Begegnungen aufzuschreiben.
Wenn Sie mögen: probieren Sie es aus. Schreiben Sie sich die Situationen auf, die für sie von Bedeutung sind. Im grauen Winter können sie wie wärmende Sonnenstrahlen sein.

Du machst dir viel Mühe …

Marta kam zu Jesus und sagte: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“

Kommt Ihnen das so bekannt vor wie mir? Solche Diskussionen haben wir zu Hause auch, täglich.

Wenn ich mir die Szene vorstelle … Marta schafft und schafft und schafft. Maria sitzt Jesus zu Füßen, hört ihm zu. Das hat Zündstoff, keine Frage.

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Wer ist der Geist, der stets verneint?

Gemeinsames, ökumenisches Abendmahl – davon träumen viele, aber nicht alle. In der katholischen Kirche gibt es dazu sehr unterschiedliche Stimmen. Meine eigene dazu ist ganz simpel: Wenn ich zu Hause für jemand anderen ein Fest ausrichten würde, und die Gäste kommen … . Wir sitzen um den Tisch und dann fange ich an, auszuwählen: Du darfst mitessen, du nicht, du darfst mitessen, du nicht … . So empfinde ich die offiziellen Regelungen der katholischen Kirche. Und dann sitzen wir alle um den Tisch und feiern. Manche essen, bei anderen bleibt der Teller leer. Wirklich ein schönes Fest.

Heute ein kurzer Leserbrief zu diesem Thema, abgedruckt in der FAZ vom 30. September 2020.

Viele Grüße, Ruth Fehling

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Die Psyche und die Seele

Ist das einfach das Gleiche? Haben wir früher „Seele“ gesagt, und benutzen dafür heute den Begriff „Psyche“?

Ich habe dazu ein sehr interessantes Interview (Manfred Lütz im Gespräch mit Christiane Florin) im Deutschlandfunk gefunden, einen kleinen Ausschnitt finden Sie unten im laufenden Text. Für das gesamte Interview folgen Sie bitte dem link.

Viele Grüße, Ruth Fehling

„Die Seele ist die Würde des Menschen“

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Da hast du aber einen Schutzengel gehabt

von Thomas Ries

„Da hast Du aber einen Schutzengel gehabt“, sagen wir, wenn eine gefährliche Situation wider Erwarten gut ausging.

Heute (29. September) begeht die katholische Kirche das sogenannte „Erzengelfest“. Gabriel, Michael und Rafael heißen die drei Erzengel.

„Gabriel“ heißt „Gott ist Kraft“, Michael „Wer ist wie Gott?“ und Rafael „Gott heilt“. Wie die alle Engel sind sie Boten Gottes (griechisch: angelos = Bote).

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